Vorbericht Koller Zürich Auktionen September 2009

Koller Auktionen in Zürich vom 14. bis 19. September 2009

Nach dem aufsehenerregenden Weltrekordpreis für ein Stilleben von Ambrosius Bosschaert d.Ä. Ende 2008 präsentiert Koller in der September-Auktion ein weiteres Blumenbild dieses Meisters. Das auf Holz gemalte Werk befand sich in einer europäischen Privatsammlung ist ein frühes Stilleben von Bosschaert und zeigt auf beeindruckende Weise die für diesen Künstler typische, naturgetreue Darstellung der Blumen und Insekten (Lot 3015).

Kunsthistorisch bedeutend ist die das Werk "Das Rosenkranzfest" (Lot 3014). Bei diesem um 1600 in Venedig entstandenen Gemälde handelt es sich um eine der ganz wenigen frühen Kopien des hochbedeutenden Altars von Albrecht Dürer. Er malte den Altar 1506 in Venedig, wahrscheinlich im Auftrag eines Mitgliedes der Fugger Familie. Schon während des gesamten 16. Jahrhunderts wurde das Werk, welches gegen Ende des Jahrhunderts nachweislich in der Kirche San Bartolomeo auf dem Altar der deutschen Exil-Gemeinde zu besichtigen war, von italienischen wie deutschen Autoren gleichermassen in den höchsten Tönen gelobt.
1606 wurde es nach jahrelangen Verhandlungen von Kaiser Rudolf II. erworben und nach Prag gebracht. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde das Gemälde wie andere Kunstschätze auch vor den schwedischen Truppen in Sicherheit aus Prag gebracht; 1635 kehrte es wieder nach Prag zurück. Bereits zu dieser Zeit muss sich der Altar in einem sehr schlechten Zustand befunden haben, was einerseits durch zeitgenössische Dokumente und andererseits durch die Tatsache belegt wird, dass die 1648 in Prag eindringenden und plündernden schwedischen Truppen den Altar als eines der ganz wenigen Gemälde nicht mitnahmen. Heute ist der ganze Mittelteil von Dürers Original – heute noch immer in der Sammlung der Prager Narodi Galeri – ergänzt, zur Restaurierung übermalt von einem Künstler aus dem 19. Jahrhundert.
Bei dem von Koller an der September-Auktion angebotenen Werk handelt es sich um eine der Kopien, die in Venedig originalgetreu angefertigt wurden, um als Ersatz des Originals zu dienen, das Kaiser Rudolf II. verkauft worden war. Das Werk ist eines der frühesten Darstellungen der originalen Komposition von Albrecht Dürer vor den grossen Beschädigungen, und wurde wahrscheinlich gemalt, ehe das Original Venedig verliess und nach Prag gebracht wurde.

Zu den Highlights der September-Auktion gehört auch eine ausdrucksvolle Landschaft von Jakob van Ruisdael (Lot 3028), ein Gemälde mit den beliebtesten Motiven des Künstlers – Berge, ein Kornfeld, eine Eiche und eine Küste. Präsentiert werden ausserdem ein Ölgemälde von David Teniers, die "Ländliche Szene vor einer Schenke mit Boule-Spielern" (Lot 3017) und Werke von Willem van Mieris, Josse de Momper, Frans Francken und anderer Künstler aus den Niederlanden, Deutschland und Italien.

Die Möbel-Auktion bietet eine exquisite Auswahl qualitätvoller französischer Werke der berühmtesten Ebenisten , darunter auch Lackmöbel von Dubois, Dester, Latz und Galet sowie Sitzmöbel aus dem 18. Jahrhundert von namhaften Menuisiers wie Jacob und Nogaret. Zudem werden eine ganze Reihe bedeutender Pendulen und Bronzen aus der Renaissance bis zum Empire präsentiert, nebst einer breiten Palette von Möbeln und Bronzen aus dem 19. Jahrhundert von Linke, Dasson, Krieger und Zwiener wie auch mehrere Malachit-Objekte aus der Eremitage in St. Petersburg.

Für den Sammler von Meissener Porzellan gehörten die originellen Harlekine aus der "Commedia dell'arte" schon immer zu den gesuchtesten Figuren; bereits seit langem hochdotiert erzielten sie in den vergangenen Jahren weltweit sogar Spitzenpreise. J.J. Kändlers Gruppe"Der indiskrete Harlekin" ist daher auch eines der Highlights der nächsten Porzellan-Auktion. Anderebei Sammlern gefragte Objekte sind ein Papagei von Kändler mit einer vergoldeten Bronze-Girandole und einem wunderschönen Lack-Lichtschirm und ein schönes, vollständiges Kaffee- und Tee-Service mit Kauffahrtszenen aus der Zeit um 1735/1738. Das aussergewöhnliche, 114-teilige italienische Fayence-Service war bis 1972 im Besitz des spanischen Hochadels, einer Familie der "Grandes de España", danach durch Erbfolge in Schweizer Adelsbesitz. Eine seltene «Istoriato»-Platte mit einer überaus lebendigen biblischen Szene der Bekehrung des Heiligen Paulus aus der Renaissance stammt aus einer Werkstatt von Castel Durante, wahrscheinlich von den Gebrüdern Picchi, und wurde um 1550 gefertigt.

In der diesjährigen Herbst-Auktion wird eine Sammlung von Schmuck mit Naturperlen angeboten, unter anderem ein ungewöhnlich grosser Anhänger mit Naturperle und Diamanten (Lot 2188A). Die Perle ist mit ihren fast 148 Karat eine der grössten, die jemals registriert wurden - abgesehen von der berühmten «Hope»-Perle von 454 Karat. Zur Sammlung gehören ebenfalls eine seltene, fünfreihige Halskette mit Multicolor-Perlen (Lot 2193), eine goldene Halskette mit Diamanten und einem Anhänger mit einer grossen, gold-braunen Naturperle (Lot 2194). In der Auktion wird zudem ein Tiffany-Ring mit Diamant von fast 10 Karat präsentiert (Lot 2078).

Schwerpunkt der Asiatica-Auktion ist eine bedeutende, über 30 Objekte umfassende Schweizer Sammlung tibetanischer und nepalesischer Kunst, darunter feuervergoldete Bronzen, Thangkas und Ritualgegenstände, darunter eine wunderschöne Figur der tantrischen Gottheit Vajradhara (Lot 117).
Aus einer anderen Sammlung stammt die exzellente chinesische Cloisonne-Vase von ca. 1800 (Lot 170), das Gegenstück einer Vase, die im Juli 2006 bei Bonham London verkauft wurde. Die beiden Vasen wären als Paar ein kleines Vermögen wert.
Indische Figuren und Miniaturen werden an der Herbst-Auktion ebenfalls präsentiert, wie z.B. eine anmutige Yakshi aus Sandstein aus dem 11. Jahrhundert (Lot 298).

 

 
 
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