KOLLER Zürich - Keine Spur von Krise

Pressenachbericht 21. September 2010
Auktionen in Zürich vom 13. bis 18. September 2010:

Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts - Alte Grafik und Zeichnungen - Antike Möbel - Asiatica - Schmuck und Armbanduhren

Keine Spur von Krise - Kenner und Liebhaber bezahlen Höchstpreise

Die diesjährige Septemberauktion bei Koller in Zürich verlief äusserst erfolgreich. Dabei fallen zwei Dinge auf: eine starke internationale private Bieterbeteiligung und zahlreiche Höchstpreise über der oberen Katalogtaxe. „Wir versuchen unsere Schätzungen realistisch und attraktiv zugleich zu gestalten. Dem Markt wird damit der Entscheid über die Höhe des Preises für ein Objekt selbst überlassen“, erklärt Cyril Koller die hier zugrunde liegende Strategie.

Teuerstes Objekt war ein Gemälde Carl Spitzwegs, das für eine Million Franken nach München verkauft wurde. Der Kalvarienberg von Pieter Brueghel dem Jüngeren schaffte es auf CHF 986 000. Die Auktion für Asiatica erzielte Dank reger Beteiligung chinesischer Bieter einen Gesamtumsatz von rund zwei Millionen Schweizer Franken. 

 

Möbel
16. September 2010

Geschmack privater Sammler getroffen

Den individuellen Geschmack internationaler Sammler zu treffen, war die Ausgangslage für die Auktion für Möbel und Einrichtungsgegenstände. Und viele Private dankten dies mit hohen Zuschlägen für einzigartige Objekte. Grosses Interesse weckte zum Bespiel das „Potpourri aux Perroquets“, Louis XV (Lot 1106), welches für CHF 177 600 in eine private Schweizer Sammlung verkauft wurde. Auch der in Genua um die Wende zum 19. Jahrhundert gefertigte Prunk-Deckenleuchter, welcher einst den Palazzo Borromeo auf der Isola Bella im Lago Maggiore schmückte, ging für CHF 111 600 in privaten Besitz nach London (Lot 1032). Und für CHF 120 000 wechselte die von Joseph Cottin und dem bedeutenden Uhrmacher Julien Le Roy gefertigte Prunk-Pendule „au lion“ – ein in seiner Art makelloses Objekt – in private französische Hand (Lot 1147).
Eine aktive Bieterbeteiligung war vor allem bei den Möbeln im mittleren Preissegment festzustellen. Die auf CHF 25 000 bis CHF 35 000 geschätzte Barock-Aufsatzschreibkommode deutscher Herkunft um 1740 erzielte ein Resultat von CHF 72 000 (Lot 1052). Unter den Möbeln des 19. Jahrhunderts glänzte ein wohl von J. Fossey hergestelltes, dem Louis XV-Stil nachempfundenes, Tapisserie-Canapé. Ein privater Sammler kaufte es für CHF 82 800, was dem Dreifachen der oberen Schätzung entspricht (Lot 1263). Das Angebot an Objekten des 19. Jahrhunderts überzeugte auch jenen Sammler, der den Prunk-Deckenleuchter von Joseph Lobmeyer aus der Zeit des Wiener Historismus für CHF 86 400 erwarb - weit über der oberen Schätzung von CHF 45 000 (Lot 1333).

koller1052_1.jpg

  DECKENLEUCHTER, Historismus, Wien um 1880PENDULE

  A154 / 1052 AUFSATZSCHREIB-        A154 / 1147 PENDULE "AU LION",           A154 / 1333 DECKENLEUCHTER,
  KOMMODE, Barock, deutsch,              Louis XVI, das Modell von J. COTTIN,      Historismus, von J. LOB- MEYR,
  wohl Braun- schweig um 1740              das Zifferblatt sign. PRE LE ROY              von J. LOB- MEYR, Wien um 1880
  Verkauft für CHF 72 000                       A PARIS, Paris um 1780                            Verkauft für CHF 86 400
                                                                Verkauft für CHF 120 000

 

Schmuck und Armbanduhren
14. September 2010

Top-Lots im Fokus des Marktes

Eine Schmuck-Auktion bei Koller ist immer auch eine Gelegenheit, hochwertige Objekte zu vergleichsweise günstigen Preisen zu erwerben. Die Höhe der Gebote wiederspiegelt in erster Linie den Marktwert der Steine und des Edelmetalles, während in einer Bijouterie der Mehrpreis in folge Herstellung, Personal, Ladenlokalität und Marke erheblich ist.
So stiessen die vielen Diamant-Objekte erneut auf grosses Interesse. Sowohl das professionelle Publikum wie auch die zahlreichen privaten Bieter im Saal und am Telefon boten hoch. Über der oberen Schätzung fiel der Hammer zum Beispiel bei CHF 36 000 für einen in vergoldetem Platin gefassten Diamant-Ring um 1920 (Lot 2034), bei CHF 66 000 für einen Platin- Brillant-Solitär um 1950 (Lot 2057) sowie bei CHF 216 000 für die halb so hoch geschätzte, mit zwei Diamanten (5.03 ct, G/ VS2 bzw. 5.48 ct, I/SI1) besetzte Diamant-Stabbrosche, um 1950 (Lot 2154).
Die Gebote für einen Diamant-Fächer aus Frankreich kletterten erwartungsgemäss hoch - das aus der Aussteuer von Marie Georgine Prinzessin von Thurn und Taxis stammende, zwischen CHF 10 000 / 18 000 geschätzte Objekt wurde für CHF 63 600 verkauft (Lot 2063). Dieses ausgezeichnete Resultat ist weniger auf die Qualität und Grösse der Steine, als vielmehr auf die historische Bedeutung und die Seltenheit des Fächers zurückzuführen.
Bei den Dosen erzielte eine Email-Gold-Tabatière, Frankreich um 1770 mit CHF 20 400 mehr als das Vierfache seiner oberen Schätzung (Lot 2200). Sehr erfolgreich verkaufte sich das Angebot an Taschen- und Armbanduhren. Bei einer Verkaufsquote von 85 % des gesamten Uhrenangebotes fanden sämtliche Patek Philipp-Taschenuhren einen neuen Besitzer - darunter auch die für CHF 43 200 verkaufte Chrono-Rattrapante von 1909 (Lot 2222).

 

Teppiche
16. September 2010

Auch in modernen Räumen wieder begehrt

Unter den rund 150 Teppichen waren antike und gut erhaltene Belutschs bis CHF 1 000 begehrt. Nicht zuletzt deshalb, weil sich diese hervorragend mit zeitgenössischem Design kombinieren lassen. Ebenso alte und antike Keshans in der Preisklasse von CHF 1 000 bis 5 000. Für CHF 5 500 schlug der Hammer bei einem alten Isfahan mit der Darstellung eines Lebensbaums zu (Lot 1563).
Die höchsten Preise erzielten mit CHF 20 400 ein antiker, fein gemusterter Aubusson (Lot 1505) sowie mit CHF 43 200 ein seidener antiker Taebriz, der wegen seiner üppigen Musterung und zugleich harmonischen Farbgebung in der oberen Schätz- ung verkauft wurde (Lot 1627).

 

Altmeister
17. September 2010

Starke Nachfrage nach alten Gemälden bei Koller in Zürich

Gewohnt erfolgreich verlief am 17. September 2010 die Auktion für Gemälde Alter Meister bei Koller in Zürich. Eine starke Beteiligung privater Bieter trieb den Preis oft über die Katalogschätzung hinaus. Insgesamt erzielte die Auktion Alter Gemälde sieben Millionen Franken. Damit wurde die Summe der Schätzungen von CHF 5,3 Millionen ein weiteres Mal deutlich übertroffen.
Das internationale Interesse an Gemälden Alter Meister war bemerkenswert. „Wir haben eine ausgesprochen internationale Privatkundschaft für holländische und flämische Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, die für gute Gemälde sehr hohe Preise bezahlt“, sagt Cyril Koller dazu.
Russe entscheidet Bietergefecht um Brueghel für sich
Je ein Sammler aus den USA, Deutschland und Russland boten für die Darstellung des Kalvarienberges von Pieter Berueghel dem Jüngeren. Das Bietergefecht entschied ein Privatier aus Moskau für sich und endete bei CHF 986 000, knapp unter der Millionengrenze (Lot 3032). In eine weitere russische Sammlung wurde das wunderbare Blumenstillleben des Frankenthaler Künstlers Jacob Marrel verkauft. Auch dieser Preis lag mit CHF 491 000 deutlich höher als die Katalogtaxe von CHF 320 000 / 380 000 (Lot 3040).
In deutsche Sammlungen gingen für CHF 78 000 das Blumenbild des Frankfurters Abraham Mignon (Lot 3033) und das Früchtestillleben mit Eichhörnchen, ein seltenes Werk der Anwerpener Künstlerin Clara Peeters (Lot 3036) für CHF 480 000. Weitere Blumen- und Früchtebilder von Johannes Bosschaert, Baltasar van der Ast, Jan Davidsz. De Heem, Frans Snyders, Johannes Bormann folgten und fanden neue Besitzer.

 

Gemälde des 19. Jahrhunderts und russische Kunst
17. September 2010

Spitzweg knackt Millionengrenze, russische Kunst meldet sich zurück

Star der Gemälde aus dem 19. Jahrhundert war erwartungsgemäss Carl Spitzwegs schönes Werk „Lueg ins Land“. Unerwartet hoch war jedoch der Preis, der das Bild einem im Saal anwesenden Münchner Sammlerpaar wert war: eine Million Schweizer Franken. Damit gehört dieses Gemälde zu den zehn teuersten verkauften Spitzweg-Werken (Lot 3215).
Nachdem sie bereits eifrig für alte Meister geboten hatten, sicherten sich die nach zwei Jahren wieder aktiven russischen Sammler auch Werke ihrer Landsleute aus dem 19. Jahrhundert. Die Winterlandschaft bei Davos von Ivan Choulsé erzielte ein Resultat von CHF 168 000, eine Summe, die in den Jahren 2006 bis 2008 kaum höher ausgefallen wäre (Lot 3233).

 

Alte Graphik und Zeichnungen
17. September 2010

Ausgezeichnete Auktion für Zeichnungen und Graphiken

Sehr erfolgreich verlief auch die Auktion für Zeichnungen und alte Graphiken. Die Züricher Ansicht von Johann Heinrich Bleuler erzielte einen Verkaufspreis von CHF 16 800 (Lot 3402). Die beiden Darstellungen des Heiligen Ulrich von Augsburg, gezeichnet um 1505/08 von Hans Burgkmair dem Älteren, erzielte CHF 120 000 (Lot 3327). Diepolos Orientale mit Turban wurde für CHF 43 200 verkauft (Lot 3317). 

 

Asiatica
18. September 2010

Marktbearbeitung in China zahlt sich aus

Neben durchwegs guten Resultaten in sämtlichen Asiatica-Bereichen, fiel vor allem das starke Interesse für chinesische Kunst auf. Dies ist nicht zuletzt auf die intensivierte Marktbearbeitung in China selbst zurückzuführen. „Mit unserer Niederlassung in Shanghai sprechen wir chinesische Bieter und Einlieferer vermehrt vor Ort an. Die erstmalige Übersetzung des Asiatica-Kataloges auf Chinesisch erweist sich als weiteren erfolgreichen Schritt in diesen grossen Markt“, sagt Cyril Koller von Koller Auktionen.
Objekte aus Tibet, Nepal, Indien und Japan fanden insbesondere im mittleren Preissegment hohen Anklang. Unter den Top- Lots aus China erzielte der auf CHF 15 000 / 25 000 geschätzte kaiserliche Schnitzbankdeckel, welcher einst das Seelentafel- Kästchen eines Verstorbenen der kaiserlichen Familie verschloss, ein Resultat von CHF 96 000 (Lot 275). Für ein Paar auf CHF 25 000 geschätzte Cloisonné-Löwen aus dem 19. Jahrhundert kletterte der Preis auf sensationelle CHF 198 000 (Lot 186). Auch chinesische Jade war begehrt. Die Gebote für einen weissen Jade-Anhänger aus dem 18. Jahrhundert, der auf CHF 8 000 geschätzt wurde, endeten erst bei CHF 90 000 (Lot 201), für die auf CHF 6 000 / 9 000 geschätzte Jade-Figur einer Unsterblichen wurden CHF 66 000 bezahlt (Lot 203).
Ausserhalb Chinas erreichten auch einzigartige Kunstgegenstände aus der Mongolei Resultate weit über den Schätzungen. Die aus feuervergoldeter Bronze gearbeitete Figur der Schutzgottheit Vajrabhairava Yamantaka aus dem 18. Jahrhundert fand für CHF 102 000 einen neuen Besitzer (Lot 128). Ein Paar mongolische Deckelvasen aus Silber, Jade, Türkis und Korallen, das mit einer Schätzung von CHF 8 000 / 12 000 angeboten wurde, erzielte einen Preis von CHF 42 000 (Lot 141).

Koller Auktionen AG · Hardturmstrasse 102 · CH-8031 Zürich · Tel. +41 / 44 445 63 63 · Fax +41 / 44 273 19 66  www.kollerauktionen.ch

 
 
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