Koller Zürich Auktionsvorbericht

AUKTIONSVORBERICHT
16. Februar 2010

Frühjahrsauktionen bei Koller Zürich: 28. März bis 2. April 2011

Koller Auktionen startet am 28. März mit einer starken Offerte ins neue Auktionsjahr. Unter den rund 2000 Objekten befindet sich das Hauptwerk des Rembrandt-Schülers Jacques de Rousseaux und bedeutende Gemälde von Carl Spitzweg und Ivan Aïvazovsky. Viel Aufmerksamkeit wird auch eine Salzburger Prunkkanne aus Steinbockhorn erhalten – ein in seiner handwerklichen Qualität herausragendes Objekt.

 

Silber, Porzellan und Fayencen
28. März 2011

Meissen und Augsburg im Zeichen des Steinbocks
Der umfangreichen Auktion von Silber, Porzellan, Fayencen und Objets de vertu vom 28. März ist ein eigener Katalog gewidmet. Von grosser Bedeutung ist eine erlesene und seltene Salzburger Prunkkanne mit Présentoir aus Steinbockhorn mit vergoldeter Kupfermonierung von 1758. Dem Steinbockhorn wurden im 18. Jhr. heilende Kräfte nachgesagt, weshalb insbesondere in Salzburg etliche Becher daraus gefertigt wurden. Bisher unbekannt sind jedoch Arbeiten der grösse und handwerklichen Qualität, wie der im März bei Koller angebotenen. Nicht nur die hochwertige Schnitzarbeit, sondern auch die Feinheit der vergoldeten Kupfermontierung überzeugen (CHF 50 000 bis 90 000).
Aus der Serie der vier Erdteile, welche Zarin Elisabeth Petrowna (1709-1762), Tochter Peters des Grossen, 1745 in Meissen in Auftrag gegeben hat, gelangen die grossen allegorischen Gruppen «Asien» und «Amerika» aus einer alten Schweizer Privatsammlung zur Versteigerung. «Asien», in Form einer Orientalin auf einem Kamel dargestellt, und «Amerika», in Form einer Squaw mit Federschmuck auf einem Alligatoren sitzend, werden je mit einer Taxe von CHF 35 000 bis 40 000 ausgerufen.
Vier Augsburger Emailplaketten mit den Darstellungen der Jahreszeiten von 1710 (CHF 12 000 bis 18 000) gehören ebenso wie eine äusserst seltene Meissen-Platte mit feiner Chinoiserie (CHF 20 000 bis 30 000) zu den weiteren Höhepunkten dieses aussergewöhnlichen Porzellanangebotes.

Schmuck und Uhren
29. März 2011

Grosses Angebot an signiertem Schmuck und Sammleruhren
Die Auktion für Schmuck und Uhren umfasst eine grosse Auswahl an signiertem modernen Schmuck von Cartier, Bulgari, Pomellato, Tiffany, Van Cleef & Arpels, Gübelin und Meister sowie viele antike Schmuckstücke und über 100 Armband- und weitern 100 Taschenuhren. Interessant ist ein Set mit Brosche und Ohrclips von Cartier um 1945 für geschätzte CHF 10 000 - 15 000 bzw. CHF 8 000 - 12 000. Des Weiteren bietet Koller einen Ring mit Kaschmir-Saphir für geschätzte CHF 80 000 120 000 (Lot 2037) an sowie einen sternförmigen Diamantring aus dem Kölner Atelier Zimmermann & Bruckner von 1970 für CHF 25 000 bis 35 000.
Unter den rund 100 Armbanduhren befindet sich eine äusserst seltene Platinausgabe des Tank-Modells von Cartier aus dem Jahre 1929 (CHF 70 000 bis 100 000). Sehr begehrt ist auch die in Weissgold gearbeitete Herrenarmbanduhr mit Chronograph und ewigem Kalender von Patek Philippe. Die Uhr besitzt die Referenznummer 3970 und wird bei Koller mit einer Taxe von CHF 100 000 bis 150 000 ausgerufen. Bedeutend ist auch die Taschenuhr-Tourbillon, S. Smith & Son, London, um 1909-10 (lot 2267 Schätzung 50 000 - 80000).
Die aus Privatbesitz in die Auktion gelangte Pendule «Le sacrifice d’Amour» ist ein Beispiel seltener und eleganter klassizistischer Arbeiten aus dem Atelier von François Rémond. Rémond, der seine Meisterschaft 1774 erlangte führte ein sehr erfolgreiches Atelier und arbeitete mit Ebenisten wie Roentgen und Riesener zusammen. «Le sacrifice d’Amour» wird mit einer Schätzung zwischen CHF 90 000 und 140 000 ausgerufen.

Möbel und Einrichtungsgegenstände
31. März 2011

Von grossen Ebenisten und Ziseleuren
Die Auktion für Möbel und Einrichtungsgegenstände vom 31. März umfasst rund 300 Objekte. In der Tradition des Hauses sind zahlreiche Werke grosser französischer Meister vertreten. Ein typisches Beispiel französischer Ebenistenkunst des jungen 18. Jhr. liefert die Prunkkommode mit Boulle-Marketerie von Gilles-Marie Oppenordt (Paris, 1672-1742). Oppenordt war unter anderem der Architekt der Orangerie auf Schloss Montmorency von Pierre Crozat und als Innendekorateur an der Einrichtung des Pariser Palais- Royal beteiligt. Die hier angebotene Kommode überzeugt durch Erhaltungszustand und Handwerk (CHF 360 000 bis 560 000). Zu den bedeutenden Objekten der Möbel-Auktion zählt auch ein achtteiliges, zwischen CHF 160 000 und 260 000 geschätztes Ameublement aus dem Atelier von Jean-Baptiste-Claude Sené. Sené gehörte in den Jahren von 1785 bis 1791 zu den gefragten Meistern in Paris – selbst Marie- Antoinette hatte ein Bett von ihm.

Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts
1. April 2011

Die handwerkliche Perfektion niederländischer Meister
Das Angebot an Gemälden Alter Meister führt zahlreiche bedeutende niederländische Namen des 17. Jhr. auf. Ein seltenes Selbstbildnis des Rembrandt-Schülers Jacques des Rousseaux von 1635 führt hierbei die Liste an. Dieses sehr gut erhaltene Gemälde aus einer Schweizer Privatsammlung bezeichnet Werner Sumowski in seinem Werk über die Rembrandt-Schüler als das «Hauptwerk» von Jacques de Rousseaux. Nun wird es bei Koller mit einer Schätzung zwischen CHF 350 000 und 500 000 ausgerufen.

Ein eindrückliches Beispiel flämischer Naturmalerei liefert Jan Brueghel d. J. mit seiner Darstellung der heiligen Familie bei der Rast auf ihrer «Flucht nach Ägypten». Der künstlerische Wettstreit mit der Natur zeigt sich hier im handwerklich perfekt ausgearbeiteten Wald, in dessen Schatten sich Maria zum Stillen des Jesuskindes setzt. Ein stilistisch vergleichbares Bild mit gleichem Motiv von Jan Brueghel d. J. und Figuren von Hendrik van Balen (um 1575 Antwerpen 1632) befindet sich im Mauritshuis, Den Haag. Koller ruft das Werk mit einer Schätzung zwischen CHF 120 000 und 180 000 aus.
Zu den berühmten Meistern flämischer Stilleben gehört Jan Jansz de Heem. Sein «Stilleben mit Früchten und Austern auf einem Tisch» besticht durch den starken Kontrast der vor dem schwarzen Hintergrund in hellen Rot- und Gelbtönen förmlich aufleuchtenden Gegenständen (CHF 80 000 bis 120 000).
19. Jahrhundert mit Spitzweg und Aïvazovsky

«Der Friede im Land» von Carl Spitzweg gehört zu den Perlen der Auktion für Gemälde des 19. Jahrhunderts. Das allzu Menschliche in Spitzwegs Interpretation des Biedermeiers zeigt sich hier im gähnenden Soldaten auf seiner von Unkraut und Spatzen «eroberten» Bastei. Das typische Sujet aus dem Jahre 1856 wird mit einer Schätzung zwischen CHF 500 000 und 800 000 ausgerufen. Russische Kunst ist unter anderem mit Ivan Konstantinovic Aïvazovsky vertreten. Beim hier angebotenen Werk aus dem Jahre 1878 gewährt uns der Künstler einen einnehmenden Blick auf den von grossen Segelschiffen befahrenen Bosporus bei Abenddämmerung (CHF 350 000 bis 450 000).

Alte Graphik und Zeichnungen
1. April 2011

Klassiker des 19. Jahrhunderts
Adolph von Menzels Zeichnung «Mann mit einem Vogelkäfig» von 1883 verdient in der Offerte von Zeichnungen und alter Graphik besondere Beachtung. 1883 war Menzel bereits Ehrenmitglied der Münchner Akademie der Künste. Zwei Jahre später sollte sein internationales Renommee mit einer grossen Ausstellung in Paris besiegelt sein. «Mann mit einem Vogelkäfig» wird bei Koller zwischen CHF 10 000 bis 15 000 taxiert. Mit CHF 5 000 bis 7 000 attraktiv geschätzt, kommt eine klassische Gouache des Zürchers Johann Ludwig Bleuler zur Versteigerung. Sein «Blick auf Zürich von der Waid» von 1840 hält ein ländliches Idyll eines heute restlos urbanisierten Teils der Limmatstadt fest. 

Manuskripte und Bücher
2. April 2011

Bedeutende Frühdrucke in bestem Zustand
Unter den Frühdrucken gelangt am 2. April ein ungewöhnlich gut erhaltenes Exemplar der 1483 verfassten sogenannten Koberger-Bibel zur Versteigerung. Mit 109 Holzschnitten des Nürnbergers Anton Koberger wird sie mit einer Schätzung zwischen CHF 130 000 und 160 000 ausgerufen. Die Bibel, auch als neunte Deutsche Bibel bekannt, ist die neunte von insgesamt 15 vorlutheranischen deutschen Bibeln, welche in den Jahren zwischen 1466 und 1522 herausgegeben wurden.
Zu den prominenten Frühdrucken gehört auch das 1493 verfasste «Liber chronicarum» von Hartmann Schedel – auch «Schedelsche Weltchronik» oder «Nürnberger Chronik» genannt. Sie zählt zu den wichtigsten Zeugnissen deutscher Buchdruckkunst der Inkunabelzeit. Eine Ausgabe mit ca. 2000 teilweise kolorierten Holzschnitten von Anton Koberger wird nun bei Koller zwischen CHF 40 000 und 55 000 zu ersteigen sein.
Von Maria Sibylla Merian, Tochter des grossen Kupferstechers Matthäus Merian und Stieftochter des nicht minder bedeutenden Malers Jacob Marell, welche mit ihren kunstvoll illustrierten Biologie- Kompendien selbst Berühmtheit erlangte, ist die grosse dritte Auflage von 1726 der «Dissertatio de generatione et metamorphosibus insectorum Surinamensium» im Angebot (CHF 50 000 bis 70 000).

 

Über Koller Auktionen
Koller ist das grösste Schweizer und ein führendes europäisches Auktionshaus. Mit einem spezialisierten Team von rund 60 Mitarbeitenden veranstaltet Koller Auktionen in Zürich und Genf. Spezialgebiete sind Gemälde alter Meister und des 19. Jahrhunderts, Schweizer Kunst, moderne- und zeitgenössische Kunst, Graphik und Zeichnungen, Luxusmöbel und Einrichtungsgegenstände, Schmuck und Armbanduhren, Silber, Porzellan, Teppiche, Design, Art Deco und Art Nouveau, asiatische und afrikanische Kunst, Bücher und Autographen sowie Wein. Als einziges grosses Auktionshaus in Familienbesitz steht Koller für professionellen Service, persönlichen Kontakt und herausragende Ergebnisse. Mit acht über die Welt verteilten Repräsentanten und Büros in München, Düsseldorf, London, Paris, Moskau, Shanghai und Sydney, der Mitgliedschaft bei den “International Auctioneers“, einem Zusammenschluss von acht Auktionshäusern, und seiner Präsenz in wichtigen Publikationen und im Internet vereinigt Koller die Vorteile eines international tätigen Auktionshauses mit Schweizer Effizienz und Verlässlichkeit.

 
 
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